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ZUGMASCHINEN, KRAFTFAHRZEUGE, KRAFTRÄDER, FAHRRÄDER UND ANDERE NICHT SCHIENENGEBUNDENE LANDFAHRZEUGE, TEILE UND ZUBEHÖR DAVONZugmaschinen (ausgenommen solche der Position 8709)

Zugmaschinen (ausgenommen solche der Position 8709), andere, mit einer Motorleistung von mehr als 130 kW

Landwirtschaftliche Traktoren höchster Leistung KN 8701 95

Der KN-Code 8701 95 umfasst landwirtschaftliche Zugmaschinen mit einer Motorleistung über 130 kW (über 177 PS). Dies sind die leistungsstärksten Traktoren für Großbetriebe, den Betrieb schwerster Geräte (Mehrscharpflüge, Bodenbearbeitungsaggregate über 6 m Arbeitsbreite, Großballenpressen, Güllefässer mit hoher Kapazität) und schwere Transportarbeiten. Traktoren dieser Klasse verfügen über Dieselmotoren von 6,0 bis 16,0 Liter Hubraum mit Leistungen über 500 PS, stufenlose (CVT) oder Powershift-Getriebe, Hydraulik mit über 150 l/min Förderleistung, Dreipunkt-Hubwerk Kategorie III/IVN und doppelte Zapfwelle 540/1000 U/min. Diese Fahrzeuge wiegen 8 bis über 20 Tonnen und erfordern spezialisierte Serviceinfrastruktur. Die Typgenehmigung erfolgt gemäß Verordnung (EU) Nr. 167/2013, und die Motoren erfüllen Stufe-V-Normen.

Einfuhr und Zollabfertigung von Traktoren über 130 kW

Die Einfuhr landwirtschaftlicher Zugmaschinen mit Leistung über 130 kW (KN 8701 95) stellt eine hochwertige Transaktion dar, die sorgfältige Vorbereitung der Zolldokumentation erfordert. Der Zollwert umfasst den Transaktionspreis, Transportkosten (oft Spezialtransport – Tieflader oder Flat-Rack-Container) und Versicherung. Zollsätze sind in TARIC/ISZTAR4 unter Berücksichtigung des Ursprungslands zu prüfen. Bei Traktoreinfuhren über bestimmten Wertschwellen kann vor Warenfreigabe eine Zollsicherheit erforderlich sein. Traktoren unterliegen nicht der Verbrauchsteuer. Die Mehrwertsteuer wird auf den Zollwert zuzüglich Zoll erhoben. Aufgrund des spezialisierten Charakters dieser Fahrzeuge wird die EU-Typgenehmigung üblicherweise vom Hersteller bereitgestellt – führende Produzenten (John Deere, Fendt, Case IH, New Holland, CLAAS) besitzen Typgenehmigungen für alle in Europa verkauften Modelle. Beim Import vom Gebrauchtmarkt ist die Überprüfung der Servicehistorie und des technischen Zustands unerlässlich, insbesondere von Motor, Getriebe und Hydrauliksystem.

Präzisionslandwirtschaft bei Hochleistungstraktoren

Landwirtschaftliche Zugmaschinen über 130 kW (KN 8701 95) dienen als Plattform für modernste Präzisionslandwirtschaftstechnologien. Zur Standardausstattung gehören GPS-Autopilot mit RTK-Korrektur, Telematik zur Fernüberwachung der Flotte, automatische Teilbreitenschaltung, Ertragskartierung, variable Ausbringung und vollständige ISOBUS-Konnektivität. Einige Modelle bieten die Möglichkeit autonomen Betriebs ohne Fahrer in der Kabine auf ausgewiesenen Feldern. Die Kraftstoffeffizienz ist ein entscheidender Parameter – bei einem Verbrauch von 20 bis 60 Liter Diesel pro Stunde führen selbst geringe Effizienzverbesserungen zu erheblichen jährlichen Einsparungen. Die Stufe-V-Emissionsnormen erfordern fortschrittliche Abgasnachbehandlungssysteme (DPF+SCR+DOC), die regelmäßige Wartung und AdBlue-Flüssigkeit benötigen. Die Verordnung (EU) 2019/1242 über CO2-Emissionen betrifft landwirtschaftliche Zugmaschinen nicht direkt, die EU-Klimapolitik übt jedoch Druck auf die Hersteller aus, den CO2-Fußabdruck landwirtschaftlicher Maschinen zu reduzieren.

Häufig gestellte Fragen

Welche sind die beliebtesten Marken bei Traktoren über 130 kW in Europa?
Die beliebtesten Traktormarken über 130 kW auf dem europäischen Markt sind Fendt (Serie 700/800/900/1000 Vario), John Deere (Serie 7R/8R/9R), Case IH (Serie Optum/Magnum), New Holland (Serie T7/T8), CLAAS (Serie Axion/Xerion), Massey Ferguson (Serie 8S/9S) und Valtra (Serie T/S). Die Markenwahl hängt von Bedienerpräferenzen, Serviceverfügbarkeit, Finanzierungsbedingungen und Kompatibilität mit vorhandener Ausrüstung ab.
Benötigt der Transport eines Traktors über 130 kW auf öffentlichen Straßen eine Genehmigung?
Landwirtschaftliche Traktoren über 130 kW können nach Erfüllung der üblichen Zulassungsbedingungen auf öffentlichen Straßen fahren. Aufgrund großer Abmessungen und Gewicht (oft über 3,0 m Breite und 15 Tonnen Leergewicht) kann jedoch eine Sondergenehmigung für Großraum- und Schwertransport von der Straßenbaubehörde erforderlich sein. Der Fahrer muss einen Führerschein der Klasse T besitzen. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Straße beträgt 40 km/h für Traktoren der Kategorie T1.
Welche Betriebskosten verursacht ein Traktor über 130 kW?
Die Hauptbetriebskosten eines Traktors über 130 kW umfassen Kraftstoff (Verbrauch 20-60 l/h je nach Belastung), AdBlue-Flüssigkeit (ca. 5 % des Kraftstoffverbrauchs), regelmäßige Wartungsintervalle (alle 500-1000 Betriebsstunden), Filter- und Ölwechsel, Bereifung (Wechsel alle 3000-5000 Betriebsstunden) und Versicherung. Die jährlichen Unterhaltskosten hängen von der Nutzungsintensität ab und liegen orientierungsweise zwischen einigen Zehntausend und mehreren Hunderttausend Zloty.